Kosmo-logisches

Beschreibung und Auflösung des Phänomens, wie eine Flasche Lehte erst schmerzlich spät und um mehr als den "Zehnten" geleert an der Junkertafel eintrifft.

Das Phänomen: Die einreitenden Sassen überreichen, nach ge-bührender Begrüßung Ihrer Herrlichkeit eine Flasche Lehte. Dies wird verbunden mit der Bitte, die Flasche, natürlich nach Entnahme des Zehnten, zügig an die Junkertafel weiter-zuleiten. Da es nun undenkbar, ja geradezu unmöglich ist, dass der Thron jemals mehr als den Zehnten entnimmt und es ebenso unmöglich ist, dass die Weiterleitung über Gebühr verzögert wird, kommt die Flasche erst nach schmerzvoll empfundener Verzögerung und starker Entleerung an der Junkertafel an.

Bei der Auflösung des Phänomens versuchte ich erst diverse me-taphysische Ansätze. Diese führten jedoch zu keinem brauchbaren Ergebnis.

Auch die Annahme, dass die Umleitung der Lehte über den Tisch des Marschalls bereits die Lösung sei, zeigte sich als unhaltbar.

Als erfolgreich erwies sich dann der Kosmo-logische Ansatz. Am Anfand steht die Feststellung, dass die Weisheit, die vom Thron auf die Sassenschaft herabstrahlt. eine Form von Energie sein muss (sonst könnte sie nicht strahlen). Nun kommt sofort die berühmte Formel

E = m x c2

ins Spiel. Stellen wir diese Formel um nach m so lautet sie natürlich

m = E/c2

Wenn wir nun - wie bekannt - annehmen, dass die Weisheit der Herrlichkeit unermesslich ist, so ergibt sich, dass auch m, selbst wenn es durch einen solch großen Wert dividiert wird, immer noch ein Massezentrum kosmischen Ausmaßes darstellt. (Dieses gilt auch wenn Ritter Eloquenz nicht zugegen ist).

Wenn dieses Masse nun auf ein Volumen konzentriert ist, dass kleiner als der sogenannte Schwarzschildradius ist, dann spricht die Kosmologie von einem schwarzen Loch!

In einem - sogar schon in der Nähe - des schwarzen Lochs ge-schehen nun gar seltsame Dinge. Lichtstrahlen werden stark gekrümmt, bzw. werden vom schwarzen Loch verschlungen. Die. Zeit vergeht viel langsamer und kommt fast zum Stillstand. Der Raum wird immens gekrümmt und Materie verformt sich gewaltig.

Da die Verformung vom Flüssigkeit und fester Materie unter-schiedlich ist, geschieht nun Folgendes: obwohl von der Flüssigkeit tatsächlich nur der Zehnte entnommen wird, stellt dies nach der Entkrümmung, d. h., wenn Lehte und Fla-sche wieder im Gebiet normaler Gravitation sich befinden logischerweise deutlich mehr als den Zehnten dar.

Auch wenn für die Entnahme des Zehnten nur kurze Zeit vergeht ist im Gebiet normaler Gravitation bereits eine schmerzlich lange Zeit vergangen.

Es muss noch hinzugefügt werden, dass, wegen der starken Krümmung des Lichtes, die Lehteflasche sich nicht an dem Punkte befindet wo sie von der Junkertafel wahrgenommen wird und natürlich auch eine deutlich andere Form ange-nommen hat. Das heißt, die wahren Vorgänge bleiben der Sassenschaft und in besonde-rem Maße der Junkertafel, die eben nicht erleuchtet sind, verborgen. Daher können jene natürlich die Vorgänge in Bezug auf die Lehteflasche weder erkennen noch sind sie in der Lage, sie richtig einzuschätzen.

 

© 2019 Hägar der Ungenormte (276 Zu den Gyssen)

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