Aioli der provenzalische Rohrspatz (Urs, Erb, F, Z, ErbZ, ER306, 317)
seit a.U.119 Schlaraffi im Reyche 276 Zu den Gyssen
erfreut das Reych regelmässig zum Sippungsschluss in der Rolle
des Nachtwächters, in der er Ereignisse der Sippung aufs Korn nimmt.
Dass er auch Hägar dabei nicht auslässt, führt gelegentlich zu Streit.

Hägar und die Klassiker

Erster Hieb

Lasst Euch sagen, liebe Leute, Hägar einst und Hägar heute!
Wie es Hägar einstmals trieb,
höret Ihr im ersten Hieb:

Deutsche Kultur, einst war sie weltbekannt,
das Volk der Dichter, Denker wurden wir genannt.
Erinnern wir an unsre Schulzeit uns zurück,
die einen etwas mehr verklärt,
die andern auch vielleicht mit Grauen,
denn damals wurde noch, wer nicht gelernt, verhauen.
Drum ist gar manches alte Hirn geladen
mit schönen Versen, mit Balladen.
Nun ist mir die Idee gekommen:
die Dichtung hätte einen andern Weg genommen,
hätten Goethe, Schiller oder Platen
den Hägar schon gekannt, den Satansbraten.
Die Verse würden deutlich anders klingen,
lasst mich ein paar zum Beispiel bringen:

Wilhelm Busch:
Ach, was muss man oft von bösen
Rittern hören oder lesen,
wie zum Beispiel hier von diesem,
welchen sie den Hägar hießen.

Johann Wolfgang von Goethe:
Arm am Beutel, krank am Herzen
schleppt ich meine langen Tage:
Hägar ist die größte Plage,
ihn zu schlagen höchstes Gut.

Mit Mädchen sich vertragen,
mit Hägar rumgeschlagen,
und mehr Kredit als Geld,
so kommt man durch die Welt.

Wer reitet so spät durch die Nacht und schnell?
Es ist der Hägar. er sucht ein Duell.

Ich ritt im Walde so für mich hin,
mich duellieren. das war mein Sinn.

Über allen Gipfeln ist Ruh,
in allen Wipfeln spürest du
kaum einen Hauch.
Die Vöglein schweigen im Wald.
Warte nur, bald kommt Hägar und knallt
dir den Handschuh vom Bauch!

Anette von Droste-Hülshoff:
Oh schaurig ist's durch die Lahnau zu gehen,
wenn es wimmelt vom Kartoffelkrautrtauch,
dann siehst du den Ritter Hägar dort steh'n,
und er schmeißt dir den Handschuh vom Bauch.

Heinrich Heine:
Denk ich an Hägar in der Nacht,
so bin ich um den Schlaf gebracht.

Eduard Mörike:
Sehet ihr am Fensterlein
die blaugelbe Mütze wieder?
Nicht geheuer muss es sein,
denn er geht schon auf und nieder.

Rainer Maria Rilke:
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und mancher Sasse ahnt, wie balde
er Ritter Hägars Opfer wird.

Joseph von Eichendorff:
Markt und Straßen steh'n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
still geht Hägar durch die Gassen,
schauet dort nach Opfern aus.

Ludwig Uhland:
Droben stehet die Kapelle,
schauet still ins Tal hinab,
drunten rüstet zum Duelle
Hägar. der mich gerne hab!

August Graf vom Platen:
Nächtlich am Busento lispeln
bei Cosenza dumpfe Lieder.
Aus den Wassern schallt es Antwort:
Hägar duelliert schon wieder!

Friedrich Schiller:
Wer zählt die Völker, nennt die Namen,
die Hägar in die Quere kamen?

Zu Stückche, dem Oberschlaraffen, schlich Hägar,
den Dolch im Gewande.
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
"Was wolltet Ihr mit dem Dolche, sprich?"
So fragte der Oberschlarafferich.
Das Reich von Aioli befrei'n!
Das lasset Ihr besser mal sein!

Sieh da, sieh da, Timoteus,
de Hägar kimmt. was mach ich blus?

Theodor Fontane:
Wann werde mir drei uns widderseh'?
Um die Mitternachtsstund' in de Ringallee.
Tand. Tand ist dem Hägar sein Verstand.

Nun, von diesem alten Schwung
blieb nur die Erinnerung.
Was von Hägar übrig blieb,
hört Ihr in dem zweiten Hieb.

Zweiter Hieb

Ritter Hägar, alter Besen,
was ich erzählt, ist längst gewesen.
Von Süden bis zum hohen Norden
heißt's: Hägar, der ist faul geworden,
seid kaum wieder zu erkennen,
wie Ihr die Sippung tut verpennen.
Ihr sitzt schon auf dem Altenteil
obwohl das Hirn doch noch ganz heil.
Haltet Euch nicht so verdeckt
und zeiget uns, was in Euch steckt!
Die Frau Wirtin an der Lahn
kommt bei uns doch bestens an.
Drum bitte ich Euch, seid wie früher
uns'res Reiches Funkensprüher!
Dann seid Ihr das Häubchen auf der Sahne,
und jeder spricht, frei nach Fontane:
"Spannt, spannt, de Hägar blitzt,
hochint'ressant"

zu Erwiderung und Duellhieb von Hägar

© 2019 Hägar der Ungenormte (276 Zu den Gyssen)

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